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Schwetzinger Zeitung, 05. Oktober 2006
Verlebte Jungs sind heute Diener
Partyband „diener4“ lässt es im Pumpwerk krachen:
Spielchen, Gags und viel Spaß
 Sie wurden dereinst gegründet für eine so war der Wunsch ausgelassene WG-Party: Inzwischen stehen die Garanten für Party-Stimmung seit 16 Jahren auf den Bühnen der Region. Damals waren sie unter dem vielsagenden Bandnamen „Verlebte Jungs“ angetreten, machten aber von Anfang an Musik, die allenfalls als Spätfolge zu „verlebten Jungs“ führen konnte. Schon immer typisch beatlastig spielten sie über die Jahre die ... Rock-Literatur rauf und runter, mischten dazwischen den einen oder anderen aktuellen Gassenhauer, um „up to date“ zu bleiben ... 2004 hat man sich einer optischen Radikalkur unterzogen und dabei auch den Namen den neuen Gegebenheiten angepasst: „Raider“ heißt jetzt „Twix“, die „Verlebten Jungs“ firmieren unter „diener4“.
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Wie es bei Partybands nun einmal ist: Fan zu sein bedarf es wenig, doch die Jungs dann auch zu hören ist nicht ganz so einfach. Meist spielen sie auf geschlossenen Veranstaltungen. Am vergangenen Samstag trieb es die ehemals Verlebten, heutigen Diener „back to the roots“: Zurück ins Hockenheimer Kulturzentrum Pumpwerk, wo man dereinst im als Proberaum genutzten Gewölbekeller den Putz von den Wänden spielte.
„Wir sind natürlich eine Party-, und keine Konzertband“, entschuldigten die Jungs sich schon mal vorsorglich bei den angereisten Fans, dass man auf eine Bühnenshow doch weitgehend verzichten müsse: „Unser Ding ist die Stimmung, nicht so sehr die Show“. Die hatten sie dann aber doch ganz gut drauf: Immer wieder ließ „diener4“ mit kleinen Spielchen und untergemischten Zuschauergags die Grenze zwischen Bühne und Publikum verschwimmen.
Im Zentrum aber stand, daran gibt es keinen Zweifel, die Musik: Bis tief in die Nacht hinein gaben die vier Musiker wirklich alles. Zwischen „Bohemian like you“ von Dandy Warhols und „Message in a Bottle“ von Police klemmten die Jungs wirklich alles, was sich in Tönen ausdrücken lässt ob Oldies wie „Summer in the City“ von Joe Cocker oder brandneue Titel wie „Mala Gente“ von Juanes (Titelname korrigiert, diener4), stets waren die Musiker mit Feuereifer bei der Sache. Das ging natürlich auch am Publikum nicht spurlos vorüber. Zwar hätte man sich durchaus etwas mehr Zuhörer gewünscht, doch machten die Gekommenen so übermäßig Stimmung, dass es binnen kurzem nur noch so rauchte im alten Wasserwerk.
Schuld daran ohne Frage der deutlich instrumentallastige Sound, der es zwar Thomas Heim und seinen Vocals etwas schwer machte durchzudringen, der aber in Bezug auf den „Einheizer-Faktor“, der hauptsächlich auf dem kraftvollen Beat Ralf Eichhorns und dem sauber durchgezogenen Bass Lars Bachors beruhte, durchaus zuträglich war. Dazwischen setzte Steffen Seeber an der Gitarre nur noch die Akzente und schon war er wieder da frisch und unverbraucht wie eh und je: Der typische Sound der „Verlebten Jungs“, pardon, der „diener4“.
Da tat es auch keinen Abbruch, dass ein Teil der Spiele im Zuschauerrausch etwas unterging: Der fast schon nahe gelegene Strip zu Cockers „You can leave your Head on“ jedenfalls blieb aus.
Ungebrochen hatten die Jungs aber stundenlang Spaß mit ihren Gästen: Ausgelassen, fröhlich und auf keinen Fall verlebt eben „diener4“. mhw
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